Shooting Brake klingt viel aufregender als Variant und sieht auch so aus. Doch die schicke Kombi-Version des Mercedes CLA überzeugt nicht auf ganzer Linie. Ein Fahrbericht.

Frankfurt/Main – Mercedes-Designchef Gorden Wagener hört Kritik nicht gerne. Zweifel am Aussehen des CLA Shooting Brake dürfte er deshalb mit einer Handbewegung zur Seite wischen. Die dürfte er schon von der Präsentation des CLS Shooting Brake vor zwei Jahren kennen. Damals zeigte Wagener ein ausladendes Designer-Heck, das Peter Paul Rubens gefallen würde.

Kleine Ladeluke, hohe Ladekante

Der CLA Shooting Brake ist nach dem CLS bereits der zweite Lifestyle-Kombi von Mercedes
Damit kann der CLA Shooting Brake nicht auffahren. Sein Hintern schwebt deutlich leichtfüßiger über dem Asphalt. Doch auch hier gibt es Platz für Kritik: Die Ladeluke ist klein und die Ladekante hoch. Klar, wer Praktikabilität will, soll lieber Golf Variant fahren. Der CLA fahre ohnehin in einer ganz anderen Fahrzeugklasse, findet Wagener.

Wenn man Ladeluke und -kante überwunden sind, passen in den Kofferraum zwischen 495 Liter bis maximal 1.354 Liter, bei umgelegter Rückbank-Lehne. Zum Vergleich: Beim Golf-Variant beträgt das Kofferraumvolumen zwischen 605 Liter bis 1.620 Liter, das Gepäckabteil des BMW 3er Touring schluckt zwischen 495 Liter und 1.500 Liter.

Übersichtliches Cockpit, gute Verarbeitung

Im Cockpit gibt es keine großen Überraschungen, sondern die gewohnte CLA-Landschaft mit freistehendem Monitor und kleinem Drehknopf. Letztgenannter wirkt allerdings wie von einem Importeur aus Fernost und erreicht nicht die Wertigkeit der Eingabeinstrumente aus München und Ingolstadt.

Das Cockpit des CLA Shooting Brake sieht genauso aus wie das des CLA

Das gilt für das ganze Bedienkonzept. Es ist nicht so intuitiv zu handhaben wie etwa das der Konkurrenz. Die feinen Materialien und die gute Verarbeitung des übersichtlichen Cockpits lassen zwar Wohlfühl-Atmosphäre aufkommen. Doch die Interieur-Designer haben das ursprüngliche Konzept des Shooting Brake offenbar zu wörtlich genommen.

Früher waren Shooting Brakes Fuhrwerke, die zur Jagd und zur Zähmung wilder Pferde benutzt wurden. Das kann man im CLA fühlen. Hier sitzt man so hoch wie in einer Kutsche. Vor allem mit dem schicken Panoramadach kann es für sehr groß gewachsene Menschen rund um den Kopf etwas eng werden.

Der Diesel ist ein rauer Geselle

Der 177-PS-Diesel des 220 CDI passt gut zum Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und beschleunigt den 1.555 Kilogramm schwere Shooting Brake in 8,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 228 km/h erreicht.

Bei Zwischenspurts muss sich der Selbstzünder allerdings etwas strecken. Insgesamt ist der Diesel ein recht rauer Geselle, der keinen Hehl daraus macht, dass er angestrengt arbeitet. Das klappt bei anderen besser.

Wenig Verbrauch, komfortables Fahrwerk

Der Kofferraum: Enge Ladeluke, hohe Ladekante

Dafür fährt der Mercedes ohne großen Durst. Der cW-Wert von 0,26 (und ein vorsichtiger Gasfuß) senken den Verbrauch des Mercedes CLA 220 CDI Shooting Brake auf durchschnittlich 4,0 Liter pro 100 Kilometer. Hinzu kommt ein sehr komfortables Fahrwerk, das sich auch durch grobe Unebenheiten nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Dieser Komfort kostet im großen CLA 39.061,75 Euro, inklusive Doppelkupplungsgetriebe und einigen Assistenzsystemen. Das Motorenaufgebot orientiert sich am CLA Coupé: Vier Benziner und zwei Diesel bieten eine Leistungsspanne von 122 PS bis 360 PS (beim CLA 45 AMG). Auf Wunsch sind die stärksten Modelle mit Allradantrieb erhältlich. Der kostet 2.200 Euro extra.

Technische Daten: Mercedes CLA Shooting Brake 220D

  • Motor: 2,1-Liter-Turbodiesel
  • Leistung: 130 kW/177 PS
  • Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
  • maximales Drehmoment: 350 Nm bei 1.400 bis 3.400 U/Min
  • Vmax: 228 km/h
  • 0-100 km/h: 8,3 s
  • Durchschnittsverbrauch: 4,0 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 105 g/km
  • Effizienzklasse A+
  • Länge x Breite x Höhe in Metern: 4,63 x 1,78 x 1,44
  • Radstand: 2,70 Meter
  • Preis ab: 39.061 Euro

 

 

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