Tesla-Boss Elon Musk will Model-S-Fahrern die Reichweitenangst nehmen: Nach einem Software-Update plant das Navi Wetter und Ladestationen in die Route ein.

Palo Alto/USA – Neuigkeiten kündigt Elon Musk am liebsten über Twitter an. Mit maximal 140 Zeichen skizziert er eine kommende Neuerung so vage, dass amerikanische Medien in den folgenden Tagen unzählige Szenarien durchspielen. Seine Follower warfen ihm bereits vor, so den Aktienkurs von Tesla manipulieren zu wollen. Das streitet der Selfmade-Milliardär ab.

Nach Musks Tweet am vergangenen Sonntag streckte sich seine Firma trotzdem um fünf US-Dollar pro Anteil: Der Tesla-Boss versprach das Ende der Reichweitenangst mit Hilfe eines Software-Updates. Details würden auf einer Pressekonferenz folgen.

Gestern klärte Musk die Medien auf. Noch im März 2015 sollen alle Tesla Model S automatisch ein Update herunterladen, das die Navigation verbessert, die Reichweitenberechnung verfeinert und Assistenten nachrüstet. Bald soll die Elektro-Limousine teilautonom fahren.

TESLA MODEL S: „ENDE DER REICHWEITENANGST“ PER NAVIGATIONS-UPDATE

Tesla rüstet per Software-Update Assistenzsysteme nach. Bald soll ein Autopilot folgen

Künftig bekommt die Navigationssoftware zusätzliche Informationen über Wetter, Windgeschwindigkeiten und Steigungen oder Gefälle auf der geplanten Route. Damit berechnet das System laut Musk eine besonders exakte Reichweite. Zudem kommuniziert das Model S mit Ladestationen und schlägt die besten elektrischen Zapfsäulen vor.

Musk sagt, dieses Software-Update mache es unmöglich, ein Model S aus Versehen leer zu fahren. Wenn keine Route geplant ist, zeige die Landkarte alle Supercharger in der Nähe an. Im Navigationsmodus soll die Software Lademöglichkeiten in die Route integrieren, Ladezeiten ausrechnen und die schnellste Kombination aus Fahren und Laden anbieten.

Zudem umfasse das Software-Update auf die Version 6.2 einige neue Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören eine Notbremsfunktion, ein Tot-Winkel-Assistent und ein Seitenaufprall-Warner. Für den neuen Valet-Modus kann der Besitzer bestimmte Regeln festlegen, zum Beispiel die Geschwindigkeit begrenzen, Handschuhfach und vorderen Kofferraum abschließen und persönliche Informationen verbergen.

MEHR SICHERHEIT UND TEIL-AUTONOMES FAHREN

Bald will Tesla mit der Software 7.0 das teil-autonome Fahren freischalten.Angeblich kann das Tesla Model S mit der aktuellen Hardware bereits von San Francisco nach Seattle ohne Eingriffe des Fahrers steuern. Vorerst soll die Software nur auf Highways und großen Landstraßen das Lenkrad übernehmen. Für Privatgelände verspricht Musk eine autonome Ein- und Ausparkfunktion.

Zeitgleich hat Musk einen wichtigen Sieg errungen: Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, hat den Direktverkauf von Fahrzeugen wieder erlaubt. Vor einem Jahr verpflichtete ein Gesetz alle Hersteller dazu, Autos über Händler anzubieten – ein Konzept, das Tesla nicht verfolgt. Die Tesla-Ausstellungsräume konnten seitdem keine Probefahrten anbieten oder Angebote diskutieren. Jetzt plant der Hersteller vier Ausstellungsräume und einen Reparaturservice in New Jersey. In Virginia, Arizona, Texas und Michigan ist das Verkaufskonzept von Tesla weiterhin verboten.

 

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